Atomkraft: Bundesregierung beschließt Ausstieg bis spätestens 2022

 In Energiemarkt-Nachrichten

Der Beschluß, die Energieversorgung in Deutschland bis zum Jahre 2050 komplett auf Erneuerbare Energien umzustellen stand bereits vor der Katastrophe von Fukushima fest, doch sollte die Atomkraft nach dem Willen der Bundesregierung auf dem Weg dahin eine wichtige Rolle als “Brückentechnologie” spielen. Nach der Havarie der Reaktoren von Fukushima in Japan gab es allerdings eine 180-Grad Kehrtwende und gestern wurde nun der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft bis spätestens 2022 beschlossen und bekannt gegeben. Genauer sollen die sieben älteren Kernkraftwerke plus Krümmel nach ihrer Abschaltung im Rahmen des AKW-Moratoriums gar nicht mehr ans Netz gehen, der Rest soll bis 2021 abgeschaltet werden und nur die drei neuesten Atomkraftwerke, Neckarwestheim II, Isar II und Lingen im Emsland, könnten noch bis 2022 in Betrieb bleiben.

Deutschland beschließt Atomausstieg bis spätestens 2022

Bundesregierung folgt Ethikkommission und Erneuerbare Energien sollen bis 2020 verdoppelt werden

Mit dem Ausstiegsdatum wurde sich weitestgehend an den vorgeschlagenen Fahrplan der Ethikkommission gehalten, die den Ausstieg aus der Kernenergie “innerhalb des nächsten Jahrzehnts” empfohlen hatte. Mit 2021 bzw. 2022 liegt man zumindest fast innerhalb der nächsten zehn Jahre, wobei dieser überschaubare Zeitraum vor allem Umweltschützer und AKW-Gegner freuen dürfte. Während die Kernenergie zahlreiche Risiken und Probleme wie die ungeklärte Frage der “sicheren” Endlagerung mit sich gebracht hat, gilt sie aber dennoch als CO2-arme Technologie. Um trotz des Ausstiegs aus der Atomkraft eine 40-prozentige Reduktion der deutschen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 zu erreichen, will die Regierung den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis zu diesem Zeitpunkt verdoppeln. Statt heute rund 17 Prozent sollen sie dann 35 Prozent des Stromverbrauchs decken.

Saubere und sichere Energieerzeugung als Ziel für eine gesicherte Zukunft und mehr Unabhängigkeit

Während Gegner der Regenerativen Energien meist versuchen die Angst vor Versorgungsengpässen oder natürlich steigenden Energiekosten zu schüren, so vergessen sie schnell, dass die Energiekosten in den letzten Jahren vor allem auch deshalb stetig gestiegen sind, da die fossilen Ressourcen wie etwa Erdöl sehr schnell zurückgehen, wohingegen die weltweite Nachfrage steigt, was wiederum zu steigenden Preisen führt. Da Deutschland seine Rohstoffe zudem zu Großteilen aus dem Ausland importieren muss, macht es sich mit einer verstärkten Nutzung von Windkraft, Solarenergie, Geothermie und Energie aus Biomasse natürlich unabhängiger. Mit Hilfe der Erneuerbaren Energien und neuer Speichertechnologien könnte die zukünftige Energieversorgung daher verlässlicher und natürlich wirtschaftlicher werden – vor allem bei weiter steigenden Preisen für Erdöl oder Erdgas.

Die Umstellung auf eine saubere Energieversorgung ist eine große Herausforderung, bietet aber auch enorme Chancen

Unzweiffelhaft ist der nun beschrittene Weg für Deutschland eine große Herausforderung, doch alle die sich stets vor Veränderungen fürchten, sollten nicht vergessen, dass Veränderungen auch neue Möglichkeiten mit sich bringen. In diesem Fall sowohl eine Chance für künftige Generationen, wie aber auch bereits für die heutigen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Denn wenn Deutschland es schafft, Vorreiter auf dem Weg zur Schaffung eines Zeitalters der Erneuerbaren Energien zu werden, dann bieten sich damit riesige Chancen für Exporte, für Entwicklungen, für Technologie und damit zwangsläufig für neue und sichere Arbeitsplätze.

Bild: Die Grafik basiert auf der Karte, die der User “NuclearVacuum” unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert hat.

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