EEG-Erfahrungsbericht – Erneuerbare Energien dynamisch ausbauen

 In Energiemarkt-Nachrichten

Zum 1. Januar 2012 soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) novelliert werden. Das Bundesumweltministerium (BMU) legt dazu im Vorfeld den EEG-Erfahrungsbericht 2011 vor. Im Entwurf heißt es: ‚ÄûDie im Energiekonzept formulierten Ausbauziele werden als Mindestziele in das EEG aufgenommen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die erneuerbaren Energien dynamisch ausgebaut werden.” Handlungsbedarf sieht das BMU vor allem dort, wo der Ausbau bisher nicht die erforderliche Dynamik entfaltet hat, insbesondere bei der Windenergie auf See, die mit einem erwarteten Anteil von 35 bis 40 Prozent in 2050 perspektivisch die wichtigste Säule der Stromversorgung darstellt. Beim derzeit wichtigsten Volumenträger, der Windenergie an Land, sei ein beschleunigter Ausbau möglich. Ansatzpunkt sei dabei aber nicht die EEG-Vergütung, sondern in erster Linie das in der Zuständigkeit der Länder liegende Planungsrecht. Der Bericht konstatiert ‚ÄûFehlentwicklungen” bei der Förderung. So seien 2010 im Stromsektor von rund 23,7 Milliarden Euro Investitionen in die erneuerbaren Energien allein 19,5 Milliarden Euro und damit über 80 Prozent auf die Photovoltaik entfallen. Die Vergütungsstruktur bei Biomasse habe dazu geführt, dass dort vor allem teure Kleinanlagen mit Vergütungen von theoretisch bis zu 30,67 Cent je Kilowattstunde errichtet worden seien. Insgesamt sei die durchschnittliche Vergütung seit 2000 von 8,5 auf voraussichtlich 15,5 Cent je Kilowattstunde 2010 gestiegen. Bei der Photovoltaik habe die Bundesregierung bereits reagiert. ‚ÄûEine Überförderung muss auch künftig vermieden und die Förderung kostengünstiger Technologien in den Vordergrund gerückt werden. Auf Dauer kann nur eine kosteneffiziente Förderung die notwendige Akzeptanz des EEG sicherstellen”, heißt es in dem Papier. Die Besondere Ausgleichsregelung, die stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage entlastet, erhöhe die EEG-Umlage der nicht begünstigten Unternehmen sowie der privaten Haushalte um rund 20 Prozent. Daher komme es entscheidend darauf an, Ausnahmen auf die objektiv erforderlichen Bereiche zu begrenzen, um sowohl die Kosten für die im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen als auch die daraus resultierenden Mehrkosten für die privaten Stromverbraucher sinnvoll zu begrenzen. Mit der Novellierung des EEG muss nach Ansicht des BMU auch die Markt- und Systemintegration vorangetrieben werden. Mit der Einführung einer optionalen Marktprämie sowie eines Anreizes für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung aus Biomasse würden hierzu gezielte Maßnahmen ergriffen.

Recent Posts

Start typing and press Enter to search

Zur Werkzeugleiste springen