Energieverbände fordern radikale Kehrtwende hin zu Kraft-Wärme-Kopplung

 In Energiemarkt-Nachrichten

Einen deutlichen Impuls für den Zubau umweltfreundlicher Strom- und Wärmeversorgung, gepaart mit einem hohen Maß an Versorgungssicherheit, erhoffen sich die Verbände AGFW, BDEW, VKU und VIK von aktuellen Zwischenprüfung des Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Gesetzes. Der KWK- und Wärmemarkt biete bereits heute das Potenzial, einen erheblichen und ganzheitlichen Beitrag zur Erreichung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu leisten, heißt es in einem Eckpunktepapier. Voraussetzung sei aber eine entsprechende gesetzgeberische Flankierung. Unverständlich sei die fehlende Berücksichtigung von KWK und Fernwärme im Energiekonzept der Bundesregierung. Die Verbände fordern hier eine radikale Kehrtwende der Politik, um bestehende Planungsunsicherheiten, die bei den Unternehmen zur Zurückstellung oder gas Aufgabe von Bauvorhaben führen, zu verhindern. Es gelte, die Chancen der ausgereiften, umweltfreundlichen und versorgungssicheren KWK mit neuem politischen Rückenwind zu stärken.

Die Potenziale für den weiteren Ausbau der KWK und der Fernwärme sind nach Einschätzung der Verbände beachtlich. Energieversorger und Industriebetriebe seien bereit, in den Neubau, den Ersatz oder die Modernisierung von KWK-Anlagen zu investieren. Die Planungen bewegten sich in einer Größenordnung von 5,1 Gigawatt elektrisch (5,5 Gigawatt thermisch) und beträfen rund 350 Anlagen. Weiterhin werde der Bau von rund 2.000 Kilometern Fernwärmeleitungen geprüft. Jedoch stünden diese und weitere Planungen unter dem Vorbehalt, dass der Gesetzgeber geeignete Rahmenbedingungen schaffe, damit diese Anlagen wirtschaftlich betrieben werden könnten. Die heute ohnehin bereits hohen CO2-Einsparungen durch den Einsatz von KWK würden weiter steigen, da die überwiegende Anzahl der projektierten KWK-Anlagen mit klimafreundlichem Gas befeuert werden. Nach Angaben der Energieverbände stehen den geplanten Investitionen von rund zehn Milliarden Euro Zuschlagszahlungen nach dem KWK-Gesetz gegenüber, die im Jahr 2016 für KWK-Strom nach grober Schätzung 400 Millionen Euro erreichen. Die für den Ausbau der KWK und Fernwärme vorgesehenen Mittel in Höhe von 750 Millionen Euro würden damit in den kommenden Jahren regelmäßig deutlich unterschritten.

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