Friedlich in die Katastrophe – Kinostart im Oktober 2012

 In Energiemarkt-Nachrichten

Im November 1960 ging das erste Kernkraftwerk in Deutschland zu Testzwecken ans Netz und hat zusammen mit den danach gebauten AKWs sowohl zur Stromversorgung wie auch zu den bis heute ungelösten Problemen hinsichtlich einer niemals sicheren Endlagerung beigetragen. Über die Risiken und Gefahren der Kernkraft informierte Holger Strohm bereits mit seinem 1971 veröffentlichten Buch “Friedlich in die Katastrophe”, das nun zu Zeiten der Energiewende als Film in die Kinos kommt. Hier ist schon einmal der Trailer zum Film zu sehen:

Neben den Risiken durch Unfälle, Austritt von radioaktivem Material oder im schlimmsten Fall gar einer Kernschmelze wie in Tschernobyl oder jüngst in Fukushima steht vor allem die nicht mögliche Entsorgung in der Kritik von Umweltschützern und Atomkraftgegnern. Dies betrifft dabei nicht nur die Unsicherheit möglicher Lagerstätten wie Gorleben sondern vor allem auch die Entledigung von radioaktivem Müll etwa in der Umwelt. So liegen etwa 200.000 Fässer mit Atommüll im Meer und rosten vor sich hin – auch aus deutschen AKWs.

Atomkonzerne wurden und werden vom Staat mit Milliarden Euro subventioniert

Während viele der Befürworter der Atomkraft im Hinblick auf die Erneuerbaren Energien vor allem über die Ökostrom-Umlage bzw. die EEG-Umlage schimpfen, übersehen sie gerne oder unwissentlich, dass der Atomstrom in den letzten Jahren ebenfalls mit Dutzenden wenn nicht gar Hunderten von Milliarden Euro subventioniert wurde. Im Gegensatz der EEG-Umlage aber nicht über einen direkten Anteil am Strompreis, sondern einfach über Steuergelder, die letztendlich aber ebenfalls jeder arbeitende Bürger zahlt. Und im Gegensatz zur EEE-Umlage von der etwa auch private Hausbesitzer mit Solaranlage auf dem Dach profitieren, ging und geht das Geld bei der Atomsubvention nur an ein paar Konzerne.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beliefen sich die Ausgaben von Bund und der Ländern für nukleare Energieforschung und -technologie von 1956 bis 2006 auf mindestens 50 Milliarden Euro. Darin sind die Kosten für Castortransporte, den Rückbau von AKWs, etc. noch nicht einmal enthalten. Würde man die staatlichen Gesamtausgaben auf die mit Hilfe der Kernenergie erzeugte Strommenge aufteilen, ergibt sich eine staatliche Unterstützung von 2,0 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh)für den Atomstrom. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2010 beziffert die Höhe der realen Fördermittel für Atomstrom sogar auf ganze 203,7 Milliarden Euro für für die Jahre von 1950 bis 2010. Dies würde einer staatlichen Unterstützung von 4,3 ct/kWh entsprechen.

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