Gewinn vor Umwelt: Shell will trotz aller Risiken in der Arktis nach Erdöl bohren

 In Energiemarkt-Nachrichten

Lange haben Ölkonzerne wie Shell daran gearbeitet, Umweltschützer, die Medien und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Ölförderung in der Arktis ohne große Risiken möglich und für die Amerikaner notwendig ist. Dann passierte die Deepwater Horizon Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und US-Präsident Barack Obama stoppte alle Pläne zu neuen Offshore-Bohrungen. Ölindustrie und Politiker haben aus dem Disaster allerdings keine Lehren gezogen und so wurde die Förderung und Erkundung neuer Förderstätten im Meer weltweit bereits kurz darauf wieder aufgenommen. Nachdem die Ölvorräte in vielen Regionen aber langsam zu Neige gehen, kommen nun auch wieder die tiefen Gewässer im besonders empfindlichen Ökosystem der Arktis ins Gespräch.

Eisbären in der Arktis
Foto: Chief Yeoman Alphonso Braggs, US-Navy

Wie die New York Times berichtet, will Shell der amerikanischen Regierung noch in dieser Woche ein Konzept vorlegen, wie die Arktis “sicher” ausgebeutet werden kann. Präsident Obama wird dabei in einer Art Zwickmühle stecken, denn nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hatte er versprochen, dass Sicherheit in Zukunft an oberster Stelle stehen wird, auf der anderen Seite leiden die Menschen in den USA wie in vielen Ländern unter den stark steigenden Benzinpreisen. Umweltschützer und Experten warnen aber davor, dass eine ähnliche Ölkatastrophe wie im Golf von Mexiko in der Arktis noch weitaus schlimmere Folgen haben könnte. Denn erstens könnte Öl lange Zeit unbemerkt unter dem meterdicken Eis ins Meer ausströmen, zweitens würde bei den niedrigen Temperaturen der Arktis das giftige Öl im Meer deutlich langsamer abgebaut.

Weitere Intformationen im Artikel “Shell Tries to Calm Fears on Drilling in Alaska” vom 1. Mai 2010 auf der Homepage der New York Times (Englisch).

Bild: Das Foto stammt vom Chief Yeoman Alphonso Braggs, US-Navy und ist Public Domain

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