Heidelberg – Grüne Vorzeigestadt mit hoher Lebensqualität

 In Energiemarkt-Nachrichten

Nicht erst seit mit Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg der erste grüne Ministerpräsident an der Macht ist, hat man in der Universitätsstadt Heidelberg erkannt, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und Klima- und Umweltschutz sehr wohl miteinander verbinden lassen um eine Stadt mit besonders hoher Lebensqualität zu schaffen. Natürlich hat auch die reizvolle Lage am Neckar an den Ausläufern des Odenwalds sowie der Fakt, dass mit der Ruprecht-Karls-Universität die älteste Hochschule Deutschlands in Heidelberg steht, wesentlich dazu beigetragen. Dennoch haben vor allem auch die Politik (Heidelberg ist von jeher eine Hochburg der Grünen) und die Bewohner ihren Teil dazu beigetragen, was mit gleich zwei Sustainable Cities Awards von der Europäischen Union gewürdigt wurde, mit denen Heidelberg 1997 und 2003 ausgezeichnet wurde. Zudem wurde der Stadt im Jahr 2007 vom Deutsche Umwelthilfe e.V. die Auszeichnung “Bundeshauptstadt im Naturschutz” verliehen.

Heidelberg - Blick vom Schlosspark
Foto: Klima-Wandel.com / TAN Media

Kommunales Energiemanagement und Erneuerbare Energien in Heidelberg

Die Stadt mit ihren mehr als 147.000 Einwohnern betreibt bereits seit dem Jahr 1992 ein aktives kommunales Energiemanagement, unter dem die verschiedenen Tätigkeiten und Initiativen zur Senkung des Energieverbrauchs sowie der Förderung der Erneuerbaren Energie zusammengefasst wird. Mit Hilfe des sogenannten Energiecontrollings wird der Energieverbrauch von städtischen Gebäuden erfasst und durch geeignete Sparmaßnahmen gesenkt. Darüber hinaus werden Bestandsimmobilien energetisch saniert und mit möglichst effizienter Haustechnik ausgestattet. Gleiches gilt natürlich für Neubauten.

Die Bedeutung der Nutzung regenerativer Energiequellen zählt ebenfalls zu den Prioritäten in Heidelberg, schließlich stellen sie die einzige Möglichkeit dar, die Versorgungssicherheit auch für die Zukunft zu garantieren und gleichzeitig für die kommenden Generationen eine möglichst intakte Umwelt zu erhalten. Daneben bieten sie zudem auch Chancen für Handwerker und die lokale Wirtschaft und tragen damit zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Da nur ein Mix der verschiedenen Energien zukunftsfähig ist, wird im Wasserkraftwerk am Karlstor sauberer Strom produziert, Holzhackschnitzel-Heizanlagen wie Biogasanlagen Wärme und Strom, thermische Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von rund 3.300 Quadratmetern sorgen für umweltfreundliche Heizwärme und Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawattpeak für klimafreundlichen Strom.

In Heidelberg überlässt man die Energiewende aber nicht nur der Politik und Wirtschaft, sondern viele Einwohner werden selbst aktiv. So etwa im Rahmen des Projekts Unisolar, das von einer Gruppe von Studierenden der Pädagogischen Hochschule und der Universität Heidelberg ins Leben gerufen wurde. In Zusammenarbeit mit der Firma “Solardach Invest” wurden so Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gebäuden der Universität im Neuenheimer Feld geplant und installiert. Finanziert wurden sie über eine Bürgerbeteiligung und seit mehr als zwei Jahren speisen sie sauberen Strom ins öffentliche Netz ein. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Unisolar wurde von den Studenten im Herbst 2010 die HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG gegründet, über die weitere Solaranlagen auf Dächern der Universität, einer Scheune und einer Schule finanziert wurden. Interessierte Heidelberger erhalten neben dem guten Gewissen die Möglichkeit, einen Teil ihres Geldes sicher, regional und nachhaltig anzulegen.

Wer selbst Hilfe bei der Planung und Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen benötigt, kann sich zudem an die gemeinnützigen Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Nachbargemeinden gGmbH (KliBA) wenden.

Heidelberger Schloss
Foto: Klima-Wandel.com / TAN Media

Intakte Natur als Faktor für Lebensqualität und einen erfolgreichen Tourismus

Natürlich zählen die schöne Altstadt mit ihren vielen Geschäften, Restaurants und Bars ebenso wie natürlich das berühmte Heidelberger Schloss und die Heiliggeistkirche zu den Magneten für Touristen aus dem In- und Ausland. Ebenfalls aber auch die umliegende Natur, die vielleicht auch gerade deshalb so geschützt wird, da es im Stadtbereich ansonsten nur die Neckarwiese und den Schlossgarten als große öffentliche Grünflächen gibt (dafür bieten beide aber einen besonders schönen Erholungswert).

In der Begründung für die Verleihung des Titels “Bundeshauptstadt im Naturschutz” in der Teilnehmerklasse über 100.000 Einwohner im Jahr 2007 lieferte die Deutsche Umwelthilfe e.V. daher auch die folgende Begründung: “In den städtischen Satzungen werden, neben allgemein üblichen Umweltaspekten, weiterführende naturschutzrelevante Maßnahmen beschrieben, welche die artenreiche Kulturlandschaft rund um Heidelberg berücksichtigen. Dazu zählen die terrassierten Hänge des Neckartals und der Neckar. Diese Kulturlandschaft zu schützen und intakte Natur zu bewahren, ist in Heidelberg ein zentrales Anliegen der Kommunalpolitik. Heidelberg gelingt es Regelungen zu schaffen, die sowohl die Belange von Anwohnern und Erholungssuchenden, wie auch von Natur- und Kulturlandschaft berücksichtigen.”

Heidelberger Altstadt
Foto: Klima-Wandel.com / TAN Media

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