In Wittenberge ging im August die leistungsstärkste Solaranlage der Deutsche Bahn ans Netz

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Wer mit der Bahn fährt, der entlastet gegenüber der Fahrt mit dem Auto (und natürlich erst recht gegenüber dem Fliegen mit dem Flugzeug) die Umwelt und hilft das Klima zu schützen. Natürlich benötigen aber auch Züge, U- und S-Bahnen Energie in Form von Strom, der bisher vor allem in traditionellen Kraftwerken erzeugt wird. Aktuell stammen nur etwa 22% des Bahnstroms aus erneuerbaren Energien, der Anteil soll bis zum Jahr 2020 aber auf immerhin 35% gesteigert werden. Dazu beitragen sollen auch Projekte wie die jüngst ans Netz gegangene, größte Photovoltaik-Anlage auf einer Fläche der Deutschen Bahn in Wittenberge (Land Brandenburg).

Photovoltaik Anlage in Wittenberge
Foto: Deutsche Bahn AG / Jet-Foto Kranert

Die Solarstromanlage wurde auf einer ehemaligen Deponie errichtet und hat mit rund acht Hektar die Größe von etwa 11 Fußballfeldern. Sie erbringt eine Spitzenleistung von 3,9 Megawatt, was dem Bedarf von rund 900 Haushalten entspricht und der Umwelt damit fast 1.700 Tonnen CO2 erspart. Eingespeist wird der Sonnenstrom ins öffentliche Netz.

Die ersten Photovoltaikanlagen hat die Bahn bereits im Jahr 1997 auf Bahnhofsdächer der DB installiert, darüber hinaus untersucht die Deutsche Bahn seit 2010 alle Dach- und Freiflächen, die sich für eine Installation weiterer Solarkraftwerke eignen. “Das Resultat ist beeindruckend: Bis zu drei Millionen Quadratmeter Fläche könnten wir für die Erzeugung erneuerbarer Energien zur Verfügung stellen”, erklärt DB Infrastruktur- und Technik-Vorstand Dr. Volker Kefer. Vier große Dachprojekte, darunter zum Beispiel die S-Bahnwerkstatt in Frankfurt/Main, mit einer Gesamtleistung von knapp zwei Megawatt sind in den vergangenen zwei Jahren ans Netz gegangen. Auf Deponien und Dachflächen macht die Installation von Solaranlagen unter Umweltgesichtspunkten am meisten Sinn, da diese Flächen im Gegensatz zu bspw. Wiesen oder Äckern nicht anders genutzt werden können.

Aktuell befinden sich in DEutschland bereits 16 weitere Projekte der Deutschen Bahn in der Planungs-, Ausschreibungs- oder Realisierungsphase. Mit Hilfe dieser Solaranlagen könnten jährlich 10 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt werden, was einer CO2-Einsparung von knapp 5.000 Tonnen entspricht.

Die Fläche in Wittenberge wurde von der DB an die Investmentfirma Moser Baer Clean Energy verpachtet, die darauf die Photovoltaikanlage errichtet hat.

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