One Tonne Life Projekt: Halbzeit und 64 Prozent weniger CO2-Emissionen

 In Energiemarkt-Nachrichten

Durchschnittlich 7 Tonnen CO2 verursacht ein Einwohner von Schweden in etwa pro Jahr, ein Deutscher mit fast 10 Tonnen CO2 noch deutlich mehr und ein US-Amerikaner liegt sogar fast 20 Tonnen CO2 pro Jahr. Multipliziert man diese CO2-Emissionen mit den Milliarden Menschen, die inzwischen in den Industrienationen und den aufstrebenden Schwellenländern leben, braucht man sich nicht mehr zu fragen, warum unsere Erde am Rand des Klimakollaps steht. Da der Mensch aber nicht gerne verzichtet und den über Jahre aufgebauten Lebensstandard halten will, sollen modernste Technologien dabei helfen, weiter so zu leben und den Verbrauch an Ressourcen sowie den Ausstoß an Emissionen drastisch zu reduzieren. Das dies durchaus bereits möglich ist, zeigen die Ergebnisse im Rahmen der Halbzeit beim “One Tonne Life” Projekt der Unternehmen A-hus, Vattenfall und Volvo.

Plus-Energie-haus Bright Living von A-hus

Ausgstattet von den drei genannten Unternehmen und unterstützt von Experten von Siemens und ICA, will die vierköpfige Testfamilie Lindell in einem sechsmonatigen Experiment den Kohlendioxidausstoß auf unter eine Tonne pro Kopf im Jahr senken – und das bei gleichbleibend hohem Lebensstil. Nach nur drei Monaten konnte die Familie aus dem Stockholmer Ortsteil Hässelby nun erste große erfolge vermelden: Die Emissionen konnten um bemerkenswerte 64 Prozent von anfangs 7,3 Tonnen auf jetzt 2,6 Tonnen pro Person im Jahr reduziert werden.

Plus-Energie-Haus, Elektroauto von Volvo und Ökostrom machen CO2-Reduzierung leicht

Zu Beginn des Experiments zog die schwedische Testfamilie aus ihrem alten Haus aus den 1970er Jahren in ein neu errichtetes klimafreundliches Holzhaus der Firma A-hus um und ließ auch das mehr als zehn Jahre alte Auto stehen. Ersetzt wurde es durch einen batteriebetriebenen Volvo C30 DRIVe Electric und den Strom aus erneuerbaren Energiequellen liefert Vattenfall. Im Haushalt helfen neueste energiesparende Haushaltsgeräte von Siemens beim möglichst geringen Energieverbrauch und außerdem erhält die Testfamilie bei der bewussten Auswahl von Produkten fürs tägliche Leben fachkundige Beratung durch das Lebensmittel-Unternehmen ICA.

“Bisher konnten wir unseren Alltag ohne größere Kompromisse meistern. Durch die innovativen Techniken reduziert sich der Kohlendioxid-Ausstoß fast von allein und macht den Test soweit unkompliziert. Ich befürchte nur, dass wir die richtigen Herausforderungen noch vor uns haben. Von 2,6 Tonnen unter eine Tonne zu kommen, wird alle bisherigen Anstrengungen deutlich in den Schatten stellen”, kommentiert Mutter Alicja Lindell die ersten großen Erfolge.

Größte Einsparungen dank Elektromobilität und deutlicher Senkung des Energieverbrauchs beim Wohnen

Da der Volvo C30 Electric ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien “betankt” wird, konnte der CO2-Ausstoß gegenüber dem bisherigen Auto mit Verbrennungsmotor um unglaubliche 93 Prozent gesenkt werden. Das ausschließlich elektrisch angetriebene Volvo Modell lässt sich einfach an einer Steckdose des Energiesparhauses durch die Zufuhr erneuerbarer Energien aufladen. Um die mobilitätsbedingten Emissionen noch weiter zu senken, fuhren die Lindells zudem mit dem Zug in den Skiurlaub und wollen ab jetzt auch verstärkt auf das Fahrrad zurückgreifen.

Bei der Heizenergie trägt das sogenannte Plus-Energie-Haus (erzeugt mehr Energie als verbraucht wird) zur deutlichen Verbesserung der Klimabilanz bei: Zur Ausstattung des Holz-Energiesparhauses der Firma A-hus gehören Solarzellen auf dem Dach und an der Südwestfassade, dreischichtige Wände mit außergewöhnlich gutem Isoliervermögen sowie Niedrig-Energie-Fenster und -Außentüren. Im Bereich Wohnen lassen sich die wirksamsten Einsparungen jedoch durch die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien erzielen. So konnte die Testfamilie damit den Kohlendioxid-Ausstoß in diesem Bereich beinahe auf Null reduzieren. Inklusive der gewonnenen Energie aus dem Testhaus ergibt sich daraus insgesamt eine Halbierung der Emissionen in diesem Testbereich.

Vegetarisches Essen und regionale Lebensmittel verringern die Emissionen um die Hälfte

Wie eigentlich bekannt und von Organisationen wie Peta stets wieder zur Sprache gebracht, konnten die CO2-Emissionen, die durch das Essen und Trinken verursacht werden, durch einen bewussten Lebensmitteleinkauf und den verstärkten Verzicht auf Fleisch und Fisch ebenfalls signifikant gesenkt werden. Ebenso dazu beigetragen hat die bewusste Wahl von lokalen und regionalen Anbietern und die Entscheidung der Lindells, weniger Essen zu gehen. Sowohl die Wahl des Essens als auch des Ortes birgt noch erhebliches Einsparungspotential. Sogar die Emissionen verursacht durch Dritte, zum Beispiel bei der Herstellung von Produkten, konnten halbiert werden. In diesem Bereich sind jedoch weitere Einsparungen kaum möglich, da sie nicht in den Händen der Testfamilie liegen.

Emissionen Dritter lassen kaum Spielraum für eigene Emissionen wenn eine Tonne das Ziel sein soll

Die Emissionen, die durch Dritte verursacht werden, werden mit 900 Kilogramm pro Person und Jahr beziffert. Darunter fällt der Kohlendioxid-Ausstoß, der zum Beispiel in Fabriken oder anderen Produktionsstätten bei der Herstellung verschiedenster Produkte anfällt, genauso wie Emissionen die durch Haus, Auto, Möbel, Kleidung und das tägliche Leben ausgelöst werden. “Experten bestätigen, dass die Herstellung von Produkten bezogen auf den CO2-Ausstoß weniger ein Problem darstellt, als der Gebrauch der Güter. In unserer Testumgebung wiederum ist alles derartig Energieeffizient, dass uns das nicht tangieren muss. In diesem Punkt müssen wir einfach mit den 900 Kilogramm Kohlendioxid leben, da wir darauf keinerlei Einfluss haben. Es bleibt ohnehin ein ambitioniertes Ziel, den Ausstoß unter eine Tonne zu drücken. Wir sind jedoch sehr optimistisch, dass wir das Ziel erreichen. Denn unser Know-how wächst täglich und unsere Motivation ist stärker denn je”, erklärt Vater Nils Lindell abschließend.

Die Fortschritte der Familie Lindell können auf der Homepage www.onetonnelife.se mitverfolgt werden. Außerdem enthält die Seite zahlreiche Informationen und Grafiken zum Thema CO2-Reduzierung sowie Wissenswertes über die beteiligten Unternehmen.

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