Welterschöpfungstag: Wenn der Mensch mehr verbraucht als nachwachsen kann

 In Energiemarkt-Nachrichten

Wenn Staaten in Europa unglaubliche Schuldenberge anhäufen, dann zeigen sich diejenigen, die die Zeche zahlen sollen zu Recht entsetzt. Wenn politische Prestigeprojekte zur Schuldenfalle werden sind die Steuerzahler ebenso zu Recht sauer und wenn Menschen über längere Zeit mehr ausgeben als sie einnehmen, dann wird kritisiert, dass sie über ihre Verhältnisse leben. Im Großen und Ganzen tun wir dies aber alle, denn die Menschheit nutzt (bzw. verschwendet) jedes Jahr leider mehr Energie, Holz und Nahrungsmittel als in derselben Zeit nachwachsen kann. Stichtag, ab dem die gesamte Menschheit auf Pump lebt, war nach den Berechnungen zum Ökologischen Fußabdruck des Global Footprint Network, an dem auch der WWF beteiligt ist, der gestrige 22. August 2012. Wir haben somit in weniger als neun Monaten das verbraucht, was sich in 12 Monaten regenerieren kann.

Während im Rahmen der aktuellen Staatsschuldenkrise kritisiert wird, dass die Südeuropäer teilweise auf Kosten der Nordeuropäer leben wollen würden und die Banken in der Finanzkrise ihre Schulden auf den Steuerzahler abgewälzt hätten, so tut dies die gesamte heutige Gesellschaft, indem sie die Probleme einer nicht nachhaltigen Nutzung der Ressourcen – also eine Ausbeutung der erde – auf die kommenden Generationen und damitt unsere Kinder, Enkel und Urenkel abwälzt.

Besonders erschreckend ist dabei, dass die wachsende Weltbevölkerung sowie der steigende Anteil der nach westlichem Vorbild lebenden Menschen mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch stark steigt. Somit tritt der Welterschöpfungstag jedes Jahr früher ein. “Artensterben, Klimawandel, Wassermangel und der Kollaps der Fischbestände führen uns deutlich vor Augen, dass der Planet aus den Fugen geraten ist. Schon heute zeigt sich, welche katastrophalen Folgen unser Konsum auf Kredit hat”, erklärt in diesem Zusammenhang Christoph Heinrich, Geschäftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Schon heute wären eigentlich anderthalb Erden notwendig, um eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.

Ein ähnliches Bild haben bereits der Living Planet Report 2010 sowie der aktuelle Living Planet Report 2012 des WWF gezeichnet. Sie zeigen aber vor allem auch, wie stark die reichen Länder an diesem Problem schuld sind und wie wenig bis überhaupt nichts die ärmsten Staaten der Erde dazu beitragen.

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