WWF Studie Wald-Index: Ein Drittel aller Wälder sind bereits vernichtet

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Gestern, am 22. Mai 2011, war der Internationale Tag der biologischen Vielfalt, den die Vereinten Nationen zur Erinnerung an den Erhalt der Biodiversität ernannt haben. Die Zerstörung von Ökosystemen und die Reduzierung der Artenvielfalt durch den Menschen gehen indes aber weiter, was der WWF mit seinem aktueller Wald-Index belegt. Die traurigen Ergebnisse: Ein Drittel aller Wälder sind vernichtet, obwohl sie als die artenreichsten Lebensräume an Land gelten, die Lebensgrundlage für 1,6 Milliarden Menschen stellen und das Klima stabilisieren indem sie riesige Mengen CO2 speichern.

Schwarzwald
Foto: Klima-Wandel.com

Insgesamt sollen laut dem aktuellen Wald-Index der Umweltschutzorganisation noch etwa 4 Milliarden Hektar unserer Erde mit Wäldern bedeckt sein. Innerhalb der vergangenen 8.000 Jahre seien damit bereits rund 35 Prozent der Wälder verschwunden und heute würde pro Jahr die Rekordfläche von 13 Millionen Hektar vernichtet. Damit würden pro Jahr Waldflächen einer Größenordnung zerstört, die zusammen der Größe von Griechenland entsprechen.

Im 94-seitigen WWF Wald-Index mit dem Titel “Die Wälder der Welt – ein Zustandsbericht” untersucht die Umweltschutzorganisation die globalen Trends in der Waldvernichtung und ihre Auswirkungen auf Klima, Mensch und Natur. Zudem werden Ansätze und Lösungen aufgezeigt, die den rasanten Waldverlust stoppen sollen. Dazu zählen u.a. die Ausweitung von Schutzgebieten, nachhaltige Waldnutzung und strengere Gesetze.

“Während in der Vergangenheit vor allem in den heutigen Industrienationen Wald verloren ging, findet der Verlust heute nahezu ausschließlich in den Tropen statt”, warnt Philipp Göltenboth, Leiter des Waldschutzes beim WWF Deutschland. “Befeuert wird die Entwaldung in den tropischen Regionen aber von der Nachfrage nach Holz, Agrargütern und Fleisch in Europa und den USA.” Die großen Industrienationen müssten die holzproduzierenden Länder daher auch auf ihrem Weg zu einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung unterstützen, lautet dementsprechend die Forderung des WWF. Außerdem müsse die Einfuhr von illegal eingeschlagenem Holz gesetzlich verboten werden.

“Es liegt in unserem ureigenen Interesse, die Zerstörung der Wälder zu stoppen”, sagt Göltenboth. “Die Waldvernichtung leistet durch den Ausstoß von CO2 einen größeren Beitrag zum Klimawandel als der gesamte Verkehrssektor, also alle Autos, Schiffe, Flugzeuge und Lastwagen zusammen.”

Daneben sei die rapide voranschreitende Zerstörung der Wälder eine der größten Bedrohungen für die weltweite Biodiversität. 86 Prozent der gefährdeten Säugetier- und Vogelarten sind dadurch in ihrem Fortbestand bedroht. Auch die Menschen leiden unter dem Waldverlust: Indigene Völker verlieren ihre Lebensgrundlage. Viele Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen und Erdrutsche, werden auf Abholzungen zurückgeführt. Zudem beziehen laut WWF-Studie ein Drittel der weltgrößten Städte einen bedeutenden Teil ihres Trinkwassers aus Waldschutzgebieten.

Lesen Sie hier die WWF Studie “Wald-Index” als Pdf.

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